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Erfahrungsbericht: Vietnam-Flüge mit Vietnam Airlines

vietnam airlines (2)Nach Vietnam mit Vietnam Airlines. Das klingt zunächst einmal sinnvoll. Allerdings habe ich schon neuere Flugzeuge bestiegen. Auch Flugzeuge, die rein optisch einen besseren Eindruck machten, aber da Vietnam Airlines derzeit den einzigen Direktflug nach Hanoi von Deutschland aus anbietet, konnte ich mich über die Entscheidung nicht wirklich ärgern. Im Inneren der Maschine dann ein etwas positiverer Eindruck. Gut, die Sitze sind deutlich abgerockt, dafür gibt es aber einen Kopfhörer pro Economy-Sitz und sogar eigene Monitore für das Entertainment-Programm in jedem Sitz. Ist man schon mal mit Condor oder AirBerlin nach Asien geflogen, weiß man, dass das keine Selbstverständlichkeit ist.

Super Service – könnte aber freundlicher sein

Das Servicepersonal wirkt etwas angespannt, gehetzt und fast schon pampig. Das ist ungewöhnlich für eine asiatische Fluglinie, wo sonst das Dauer-Lächeln im Arbeitsvertrag festgeschrieben scheint. Der erste, etwas unfreundliche Eindruck legt sich jedoch recht schnell und das liegt am Umfang des Service. Denn der kommt den ganzen Flug über. Auch „nachts“ wenn das Kabinenlicht gedämmt ist und die Schieber der Fenster unten sind, kommt immer wieder ein Steward oder eine Stewardess vorbei mit einem Getränketablett. Auch das ist alles andere als selbstverständlich.

Als Passagier darf man sogar den Bordküchenbereich betreten. Die Vorhänge sind aufgezogen und es stehen weitere Getränke bereit. Zumindest hat man als Passagier den Eindruck, dass diese bereit stehen und bedient sich ohne Widerspruch des Kabinenpersonals. Positiver Nebeneffekt dabei: Man hat viel Platz um sich zwischendurch mal ein wenig die Füße zu vertreten und mit anderen Flugpassagieren zu sprechen.

Sitzabstand okay bei Vietnam Airlines

SitzabstandKommen wir zum Sitzabstand. Der ist in Ordnung. 82 cm gibt Vietnam Airlines an. Das dürfte in ungefähr hinhauen. Man sitzt wie man eben in der Economyklasse sitzt, beengt. Der eingesetzte Airbus A321 hat außen jeweils drei Sitzplätze und in der Mitte ebenfalls drei.

Die Mitreisenden sind bunt durchmischt, das bemerkt man bereits am Gate in Frankfurt. Neben Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch und Vietnamesisch, hört man auch sämtliche deutsche Dialekte, von Saarländisch, Sächsisch und Westfälisch bis zum schweizerischen Alemanisch hört man alles. Dass die meisten Reisenden deutlich über 60 sind, könnte an Studiosus liegen, die organisierte Vietnam-Touren anbieten.

Pilot rast nach Vietnam

Der Flug dauert zehneinhalb Stunden und führt an diesem Tag über Tschechien, die Slowakei, die Ukraine, über das schwarze Meer, Russland, Afghanistan, Pakistan, Indien und Bangladesch, dann über den Golf von Bengalen über Myanmar, Thailand und Laos, schließlich nach Vietnam und Hanoi. Der Pilot wechselt wegen einiger Turbulenzen einige Male die Flughöhe, bleibt aber zwischen 10.000 und 12.000 Metern. Spritsparen scheint ebenfalls nicht unbedingt Pflicht zu sein: Der Pilot rast überwiegend mit deutlich über 1000 km/h gen Vietnam.

Entertainment-Programm ist Glückssache

Das Bord-Entertainment ist okay – wenn die Technik funktioniert! Und das tut sie auf vielen Sitzplätzen nicht oder jedenfalls nicht optimal. Die Touchscreens scheinen schon einige Jahre auf dem Buckel zu haben. Im besten Fall reagieren sie träge – oder wie in meinem Fall gar nicht. Man sollte sich, wenn man mit Vietnam Airlines fliegt, selbst versorgen. Entweder mit einem Buch, Magazinen oder einem Laptop mit eigenen Filmen und Serien. Das angebotene Programm ist zwar in verschiedenen Sprachen verfügbar – auch auf Deutsch. Allerdings: An zwei Plätzen in meiner Reihe funktionierte zum Beispiel die „Fernbedienung“ (ohne die gar nichts ging) überhaupt nicht. Wer sich auf dem langen Flug nicht langweilen möchte, sollte sich also zur Sicherheit selbst mit Unterhaltungsmedien versorgen.

Essen an Bord: Asiatisch schlecht – deutsch gut

vietnam airlines (3)Fehlt noch die Verpflegung: Ein warmes „Abendessen“ gibt es bereits eine Stunde nach dem Start. Da ist es zwar erst 15 Uhr deutscher Zeit, aber in Vietnam wäre es ja schon 21 Uhr. Daher das Abendessen, damit man als Passagier sich schon mal innerlich auf die neue Zeit einstellen kann. Es gibt ein asiatisches Gericht, Reis mit Hühnchen und Brokkoli und ein deutsches Gericht, „Brat“-Kartoffeln mit Schweinebraten und Rosenkohl, zur Auswahl.

Während das asiatische Gericht aus Hühnerknorpel und -Speck, eine gelatinierten Soße, sowie verkochtem, fischig schmeckenden Brokkoli glatt durchfällt, schmeckt das deutsche Gericht sehr gut. Man kann sich bei letzterem lediglich darüber streiten, ob blähender Rosenkohl tatsächlich eine gute Idee für einen Langstreckenflug ist. Am Morgen gibt es nochmal zwei warme Gerichte zur Auswahl: Einmal Rührei-Taler mit Spinat und Kartoffeln, sowie einmal Nudeln mit Hühnchen. Kurz gefasst müssen wir feststellen: Das asiatische Hühnchen mit Nudeln fällt wieder komplett durch, das Rührei geht in Ordnung.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Insgesamt war der Flug in Ordnung. Das Preis-Leistungsverhältnis (400 Euro pro Person und Richtung) stimmte absolut. Ein Flug nach Vietnam mit Vietnam-Airlines können wir empfehlen. Es ist zwar alles etwas unkonventioneller als bei anderen durchgestylteren Airlines, dafür aber auch irgendwie netter.

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