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Surf-Stick auf Gran Canaria: mobiles Internet mit Hindernissen

Auch im Urlaub möchten viele nicht aufs Internet verzichten. Sei es, um die Facebookfreunde mit sonnigen Fotos neidisch zu machen, den Wetterbericht für den nächsten Tag zu erfahren oder um die letzten Urlaubserlebnisse zu bloggen. Viele Hotels auf Gran Canaria bieten zwar mehr oder weniger funktionierende WLan-Netze an, manche sogar kostenlos – doch richtig unabhängig ist man erst mit einem eigenen Internet-Zugang übers Mobilfunknetz. Am besten ohne Roaming-Gebühren! Doch was hierzulande per Surfstick und Prepaid-Card so einfach erscheint, ist in Spanien leider ziemlich kompliziert.

Vor dem Urlaub Simlock-freien Surfstick besorgen

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In Deutschland funktioniert die Surfstick-Software einwandfrei.

In einigen Reiseblogs lasen wir den Tipp, dass man sich einen UMTS-Stick am besten vor der Abreise besorgen sollte. Denn Surfsticks können im Ausland deutlich teurer sein als in Deutschland. Wir entschieden uns aufgrund von positiven Empfehlungen für einen Surfstick von Fonic: Für 39,95 Euro bekamen wir wenige Tage nach der Bestellung einen schicken UMTS-Stick inklusive 10,- Euro Surfguthaben. Der Vorteil des Fonic-Sticks: Er ist Simlockfrei, das heißt man kann ihn auch mit ausländischen Sim-Karten nutzen.

Im Hotel auf Gran Canaria angekommen, stellten wir bald fest, dass das Gratis-WLan des Hotels nur in der Lobby funktioniert. Für den Wetterbericht oder die Status-Aktualisierung bei Facebook mag das reichen. Wer aber längere Texte bloggen will, möchte das vielleicht auch mal auf dem Balkon oder am Pool machen. Kurz im Internet informiert und ab ins Yumbo-Einkaufszentrum, um dort eine Surf-Karte zu kaufen – schließlich gibt es dort ja genügend Handyläden.

Günstige Prepaid-Surfkarten von Yoigo und Carrefour

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Handyshop im Yumbo-Center in Playa del Ingles

In einem englischsprachigen Reisebericht wird der Tarif von Yoigo empfohlen: 20,- Euro für die Karte, inklusive 20,- Euro Guthaben – das klingt doch super! Alternativ dazu hat noch die Supermarkt-Kette Carrefour einen eigenen günstigen Surf-Tarif. Da es in Playa del Ingles aber keinen Carrefour gibt, hoffen wir einfach, dass einer der vielen Handyläden wenigstens Yoigo-Simkarten vorrätig hat.

Schnell finden wir im Yumbo-Center einen kleinen Handyshop, der offenbar auch Handyverträge anbietet. Nach 20 Minuten ist das Beratungsgespräch mit dem vorherigen Kunden endlich vorbei und wir können unser Anliegen vortragen. Ich spreche den Verkäufer an und bitte um eine Yoigo-Karte. Die hat er leider nicht und er weiß auch nicht, wo in Playa del Ingles ein Yoigo-Shop wäre. Mit Carrefour-Karten kann er ebenfalls nicht dienen. Erst als ich dem Verkäufer unsren Surfstick zeige, lächelt er und holt eine Vodafone-Karte raus. 15 Euro will er dafür – OHNE Guthaben! Für uns wirkt das wie Abzocke und wir lehnen zunächst ab. „Eine andere Karte wird aber nicht funktionieren! Ehrlich!“ sagt er uns und schließlich lassen wir uns doch beschwatzen. Der Verkäufer setzt die Karte in sein Handy, gibt an einer Hotline seine persönlichen Daten ein und überreicht uns die Karte. Im SPAR-Markt könne man das Guthaben aufladen, so der Verkäufer. Zum Glück ist direkt um die Ecke ein Sparmarkt und wir kaufen einen Guthaben-Code für 10 Euro.

Komplizierte Einrichtung der spanischen SIM-Karte

Im Hotel angekommen, versuchen wir die Karte natürlich so schnell wie möglich zu aktivieren. Die äußerst überschaubare Bedienungsanleitung auf der Verpackung der Vodafone-Karte bringt uns nicht weiter. Und das Surfstick-Programm auf unserem Netbook fragt ständig nach APN, Profile Name und anderen Daten, die wir nicht haben. Also wieder runter in die Lobby und schnell googlen, was der Stick von uns will. Schließlich finden wir in einem Forum die nötigen Daten für spanische Surfkarten von Vodafone und es kann los gehen.

Das Vodafone-Netz ist auf unserem Balkon recht gut und der Stick funktioniert einwandfrei mit der neuen Karte. Lediglich die Abrechnungsintervalle sind irritierend. Es werden nach jedem Ausloggen krumme Beträge angezeigt, die sich im Laufe eines Tages auf mehr oder weniger 3,- Euro summieren. Auf der spanischen Vodafone-Seite können wir nur erahnen, um welchen der unzähligen Tarife es sich bei uns handelt. Also lassen wir es einfach auf uns zukommen.

Tarifdschungel auch bei spanischen Mobilfunkanbietern

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Der riesige Carrefour-Supermarkt im Einkaufszentrum Atlàntico

Nach drei Tagen mit recht stabilen Internet funktioniert der Login nicht mehr. Offenbar ist das Guthaben verbraucht. Da uns der Tarif nicht völlig überzeugt und wir ohnehin in ein Einkaufszentrum im Norden fahren wollen, entschließen wir uns, nochmal nach dem Carrefour-Stick zu schauen. Im Centro Comercial Atlàntico in Vecindario werden wir fündig: Nur ein Euro pro Tag kostet das mobile Surfen mit dem Carrefour-Stick. Für die Tarjeta Carrefour zahlt man ebenfalls nur einen Euro. Großartig!

Doch als wir die netten Verkäuferinnen ansprechen, schütteln die nur den Kopf: „Only for spanish residents!“ erklären uns die Mädels vom Carrefour-Handystand. Sie dürfen uns laut Gesetz leider keine Handykarten verkaufen. Daraufhin erklären wir, dass wir im Yumbo-Center eine SIM-Karte von Vodafone gekauft hätten. Doch die Verkäuferinnen schütteln immer noch den Kopf. Zähneknirschend geben wir auf und holen uns beim nächsten SPAR-Markt wieder das teure Vodafone-Guthaben.

SIM-Cards in Spanien nur mit festem Wohnsitz

Was war passiert? In Deutschland angekommen, versuchen wir herauszufinden, warum es so schwierig ist, auf Gran Canaria mobil ins Internet zu kommen. Die Antwort ist schnell gefunden: Aufgrund von restriktiven Anti-Terrorgesetzen dürfen in Spanien tatsächlich nur Einwohner mit festem Wohnsitz in Spanien SIM-Karten kaufen und aktivieren. Jeder SIM-Karte muss also ein Name und eine Adresse zugeordnet sein. Im Fall des Handyshop-Verkäufers im Yumbo-Center ist also davon auszugehen, dass er die Vodafone-Karte unter seinem eigenen Namen registriert hat. Ob er sich damit strafbar gemacht hat, wissen wir nicht. Jedenfalls hat uns der Spaß mit dem mobilen Internet in Spanien insgesamt 45 Euro für 10 Tage gekostet. Mit einem WeekPass von T-Mobile hätten wir für eine Woche Datenroaming-Flat 14,95 Euro bezahlt. Dumm gelaufen!

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2 comments

  1. Hallo,

    „Und das Surfstick-Programm auf unserem Netbook fragt ständig nach APN, Profile Name und anderen Daten, die wir nicht haben. Also wieder runter in die Lobby und schnell googlen, was der Stick von uns will. Schließlich finden wir in einem Forum die nötigen Daten für spanische Surfkarten von Vodafone und es kann los gehen.“

    Was genau , bzw. auf welcher Seite finde ich die ausreichende Information für diesen Stick und die Mobilfunkarte von D2?

    Ich verzweifle fast…

    Danke und Liebe Grüße

    Jenny

    • StadtLandStrand

      Liebe Jenny,
      eine Auflistung von APN-Einstellungen haben wir hier gefunden: http://www.internet-ausland.de/apn-einstellungen/. Wenn Sie im Ausland mit einer deutschen Mobilfunk-Karte ins Internet möchten, kann das allerdings teuer werden. Daher hatten wir eine spanische Vodafone-Karte verwendet. Lassen Sie uns wissen, ob die verlinkte Seite hilfreich war.

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