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Neuschwanstein: Viele Schlangen führen ins Schloss

ticketcenter neuschwansteinNeuschwanstein ist das beliebteste deutsche Wahrzeichen, zumindest wenn man ausländische Touristen fragt. Und wer schon mal rein wollte, in König Ludwigs Märchenschloss, der weiß: Hier will die ganze Welt rein. Etwa 1,4 Millionen Gäste kommen pro Jahr. In der Ferienzeit schieben sich im Schnitt täglich mehr als 6000 Besucher durch die königlichen Gemächer. Zumindest die, die eines der begehrten Tickets erstehen konnten. Denn das gelingt bei Weitem nicht jedem!

Tickets für Neuschwanstein unbedingt reservieren

Auf der Hauptstraße von Schwangau, der Alpseestraße, sieht man in der megalangen Schlange vor dem Ticket-Center nicht selten enttäuschte und wütende Gesichter, dann nämlich wenn gerade mal wieder ein Mitarbeiter der bayrischen Schlösserverwaltung die Schlangesteher informieren, dass es heute keine Tickets mehr gibt. Das ist natürlich tierisch ärgerlich, gerade wenn man bereits das ein oder andere Stündchen in der Schlange zugebracht hat.

_MG_9750-2Eine Lösung bieten Online-Reservierungen, die lässt sich der bayrische Staat aber teuer bezahlen: Zusätzlich zu den ohnehin schon happigen 12 Euro, kommt dann noch mal 1,80 Euro Reservierungsgebühr obendrauf, pro Ticket versteht sich! Die Online-Reservierung eines Tickets für das Schloss Neuschwanstein gibt es auf der Seite des Ticketcenters. Ausdrucken oder aufs Handy laden kann man die online gekauften Tickets allerdings nicht. Zum Abholen muss man wiederum zum Ticketcenter. Dort gibt es eine extra Schlange vor dem Abholschalter, diese ist zum Glück nicht ganz so lang wie die vor dem normalen Schalter.

Warten auf die Führung durchs Schloss

_MG_9747-2Das Schlangestehen ist aber noch längst nicht vorbei. Schließlich handelt es sich nicht um irgendein Kackschloss in Niedersachsen, sondern um Bayerns Perle, Schloss Neuschwanstein. So liest man auf der Seite der bayrischen Schlösserverwaltung: „Die Eintrittskarte gilt für eine Schlossführung zu einer bestimmten Uhrzeit. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Führungen pünktlich beginnen. Bitte machen Sie sich rechtzeitig auf den Weg zum Schloss, da bei verspäteter Ankunft die Teilnahme an der Führung nicht mehr möglich ist.“ Tatsächlich sieht es aber eher so aus, dass man sich nach zwei Stunden Schlangestehen um 12 Uhr mittags ein Ticket erstanden hat, dass dann zur Schlossführung um 17:50 Uhr berechtigt. Viel Zeit also sich auf zum Schloss zu machen oder sich eine starkfritierte 5-Euro-Wurst oder ein paar Fritten in der recht mäßigen Gastronomie im Ort oder direkt unterhalb des Schlosses reinzuziehen.

Öffnungszeiten Schloss Neuschwanstein

Die Öffnungszeiten unterscheiden sich von den Ticketverkaufszeiten im Ticket-Center. Tickets gibt es theoretisch, also falls noch Tickets vorhanden sind, zu folgenden Zeiten:

19. März bis 15. Oktober: 8 bis 17 Uhr
16. Oktober bis 18. März: 9 bis 15 Uhr

Die Öffnungszeiten von Schloss Neuschwanstein sind dann um eine Stunde zeitversetzt:

19. März bis 15. Oktober: 9 bis 18 Uhr
16. Oktober bis 18. März: 10 bis 16 Uhr

Schloss Neuschwanstein ist täglich geöffnet außer am 1. Januar und am 24., 25. und 31. Dezember!

Drei teure Parkplätze um das Auto abzustellen

_MG_9730-2Der Ort Schwangau selbst ist ein Kaff, Parkmöglichkeiten gibt es ausschließlich auf drei großen, natürlich kostenpflichtigen Parkplätzen. Wer hier parken will, der muss direkt ein Tagesticket lösen. Bei den langen Wartezeiten vor dem Ticket-Schalter, der Bushaltestelle oder oben im Schloss aber eine sinnvolle Maßnahme. Das Tagesticket kostet 6 Euro. Sind alle drei Parkplätze voll, dann kann man nur noch außerhalb des Ortes, im Feld am Straßenrand parken. Das ist zwar illegal, dafür aber kostenlos!

Mit dem Bus hoch zum Schloss

Hoch zum Schloss führt ein recht komfortabler, aber etwas steiler weg. Zu Fuß braucht man ca. 25 bis 40 Minuten bis zum Schloss hoch. Runter gehts dann in 20 bis 30 Minuten.

Es gibt allerdings auch einen Bus, der vor dem Hotel Lisl abfährt, das sich ca. 300 Meter oberhalb vom Ticket-Center befindet.  Die Busse können aus Platzgründen nicht direkt bis zum Schloss fahren, sondern fahren über die Bleckenaustraße zum Aussichtspunkt Jugend (Marienbrücke) oberhalb des Schlosses. Von dort sind es noch rund 600 Meter leicht abwärts bis zum Schlosseingang. Für Gehbehinderte ist dieser Weg nicht geeignet! Eine Bergfahrt kostet 1,80 Euro, runter ist es billiger, diese Fahrt ist schon für nen Euro zu haben. Und das Kombiticket, also Berg- und Talfahrt ist mit 2,60 Euro ein wahres Schnäppchen! Fahrkarten gibts übrigens beim Busfahrer. Eine lange Schlange gibts hier meist auch – meistens steht man hier so eine halbe Stunde. Die Busse fahren ganzjährig und pendeln nach Bedarf, also ohne festen Zeitplan.

Romantisch mit der Kutsche auf Neuschwanstein

_MG_9743-2Die romantischere und selbstredend auch teurere  Variante hoch ins Schloss zu kommen, ist eine Kutschfahrt. Diese kostet bergauf 6 Euro pro Nase, Kindernasen die Hälfte. Runter gehts dann billiger: 3 Euro pro Nase. Die Schlange für die Kutschfahrt beginnt meist bereits vor dem Eingang von Hotel Müller, das zwischen dem Ticket-Center und der Bushaltestelle liegt. Wartezeiten von bis zu einer Stunde sind hier normal!

Märchenschloss, das sich lohnt

Wer es bis zum Schloss hinauf geschafft hat, was man übrigens auch ohne Ticket von außen besichtigen kann, dem bietet sich ein traumhafter Blick über das Ostallgäu und natürlich das riesige Märchenschloss selbst.Die Ausmaße des Schlosses und die Höhe der Gebäude lassen einen schwindelig werden. Beindruckend. Den Titel Märchenschloss verdient es zu Recht und zu Recht wurde es auch in aller Welt kopiert.

neuschwansteinKönig Ludwig II. ließ es ab 1869 errichten, fertiggestellt wurde es nie. Von Außen baute man nach der Entmündigung und dem mysteriösen Tod des „Kini“ im Jahr 1886 die noch fehlenden Gebäude in deutlich abgespeckter und kostengünstiger Form zu Ende. Innen wurden nur wenige Räume entsprechend hergerichtet. Für Touristen hat man aus anderen Schlössern noch Mobiliar herbeigeschafft, damit es nicht gar zu kahl und leer wirkt.

Der durch den Schlossbau hochverschuldete bayrische Staat öffnete das Schloss kurz nach dem Tod Ludwig II. für die Öffentlichkeit, um Einnahmen zu gerieren. Das geriet derart zum Erfolg, dass Bayern bereits 1902 sämtliche durch den Schlösserbau Ludwigs entstandenen Schulden zurückzahlen konnte. Seither ist Schloss Neuschwanstein für den bayrischen Staat eine Gelddruckmaschine, die es sich aber dennoch lohnt zu besuchen!

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